Auktion: 11 Tage
Stand 11.06.2026
Bei der vorliegenden Rötelstudie könnte es sich um die Vorzeichnung zum Gemälde „Gloria di S. Nicola di Bari“ (Museo di Capodimonte, Neapel) handeln. Sie dient zur Klärung von Volumen und Lichtführung für das spätere Ölgemälde. Preti nutzt hier die Technik, um die plastische Monumentalität der Hauptfigur und die komplexe Schichtung der Engel in der extremen Untersicht (Sotto-in-sù) festzulegen. Der Fokus liegt auf der theatralischen Dynamik und der rhythmischen Anordnung der Körper im Raum, um die spätere Aufwärtsbewegung des Heiligen in die göttliche Glorie kompositorisch vorzubereiten.
Der in Kalabrien geborene Maler hatte nach Auskunft seiner Zeitgenossen ein äußerst bewegtes Leben. Er war nicht allein Maler, sondern auch Ordensritter der Malteser und wurde aufgrund des Ruhmes seiner Familie „Il Cavalier Calabrese“ genannt. In Rom erhielt er Aufträge von Papst Urban VIII sowie von Kardinal Rospigliosi. Sein Werk zeigt die Schule des Guercino (1591–1666), Giovanni Lanfranco (1582–1647) und Domenico Zampieri (1581–1641) sowie den starken Einfluss der tenebristischen Malerei der Caravaggisten. Werke seiner Hand finden sich in den bedeutendsten öffentlichen Sammlungen und Museen wie etwa: Museum of Fine Arts, Houston, Nationalmuseum, Warschau, Prado, Madrid, Pinacoteca di Brera, Mailand, Galleria dell‘Accademia, Venedig; sein Selbstbildnis befindet sich in den Uffizien, Florenz.
Provenienz:
Bertolami Fine Art, 26 November 2021, Lot 76.
Literatur:
Vgl. Nicola Spinosa (Hrsg.), Mattia Preti tra Roma, Napoli e Malta (Ausstellungskatalog, Museo e Gallerie Nazionali di Capodimonte, Neapel, 28. März – 06. Juni 1999), Neapel 1999, S. 215 und 219. (1471213) (3) (14)