Auktion: 11 Tage
Stand 11.06.2026
54 x 65 cm.
Links unten signiert „G. Loiseau“.
Rückseitig auf altem Etikett betitelt „Bord de l‘Oise“.
In dekorativem Rahmen.
Beigegeben ein Fotozertifikat von Charles Durand-Ruel vom 18. November 1980, Archiv Nr. 11992, und eine Expertise von Didier Imbert, Neuchâtel, 7. Januar 2016, der das Gemälde in sein Werkverzeichnis aufnehmen wird. Während Durand-Ruel das Gemälde auf 1900 datiert, hält Imbert die 1920er-Jahre für wahrscheinlicher.
Meist scheint bei den Gemälden der Impressionisten die Sonne – es ist Frühling oder Sommer. Gustave Loiseau malte jedoch den Quai de Pothuy in Pontoise zu allen Jahreszeiten und so sehen wir hier eine Winterlandschaft ganz wie er sie mochte: mit bedecktem Himmel, etwas dunstig und mit angedeutetem Tauwetter bei sich in den ins Violette gehenden Rottönen manifestierender Dämmerung. Somit erreichte Loiseau ein Alleinstellungsmerkmal, das ihn von anderen Impressionisten unterschied und dessen Mittel er in ein lebendiges und hoch atmosphärisch wirkendes Ganzes übersetzte.
Der Maler zählt zu den bedeutenden Postimpressionisten Frankreichs. Aufgewachsen in Pontoise, ermöglichte ihm eine Erbschaft, sich der Malerei zuzuwenden und an der École des arts décoratifs zu studieren. 1890 zog er nach Pont-Aven, in den Kreis jener Maler, die für eine Stilschule bekannt geworden sind – wie etwa Émile Henri Bernard (1868–1941) oder Paul Gauguin (1848–1903). Seine erste Ausstellung fand 1893 im Salon des Indépendants statt, dann 1895 im Salon de la Société Nationale, sowie auch in den Impressionisten-Ausstellungen 1890 und 1896. Loiseau war vor allem für seine Landschaften und Straßenszenen bekannt. In den Folgejahren reiste er auch in die Normandie, wo er Hügel und Flüsse der Region malte. (1481263) (18)
Gustave Loiseau,
1865 Paris – 1935 ibid.
BORD DE L’OISE EN HIVER (OISE RIVERBANK IN WINTER), CA. 1920
Oil on canvas.
54 x 65 cm.
Signed “G. Loiseau” lower left.
Old label titled "Bord de l’Oise" on the reverse.
Accompanied by a photo-certificate from Charles Durand-Ruel dated 18 November 1980 (archive no. 11992), and an expert’s report by Didier Imbert, Neuchâtel, dated 7 January 2016, stating that he intends to include the painting in his catalogue raisonné. While Durand-Ruel dates the painting to 1900, Imbert considers the 1920s to be more probable.