Auktion: 13 Tage
Stand 10.09.2026
GemäldepaarVEDUTEN VENEDIG
Tempera auf Papier.
Jeweils 11 x 18 cm.
Im Passepartout, hinter Glas gerahmt.
Beigegeben eine Expertise von Dario Succi, Gorizia, in Kopie.
Die beiden schönen Ansichten zeigen zwei der beliebtesten und am häufigsten wiedergegebenen Motive der italienischen Vedutenmalerei. Das eine Bild zeigt die Mole mit dem Dogenpalast, eine der beiden monolithischen Säulen, die Ponte della Paglia und die Riva della Schiavoni, unter blauem Himmel, teils mit ankernden Gondeln und vielen Figuren. Das andere Werk zeigt den Beginn des Canal Grande mit der berühmten Basilika Santa Maria della Salute mit ihrer großen Kuppel. Dario Succi ordnet die beiden Temperagemälde aufgrund ihres Stils und diverser Details auf etwa 1850 ein; dazu gehört, dass die Ponte della Paglia in der Form wiedergegeben ist, die sie nach ihrer Verbreiterung in den Jahren 1843–1844 hatte. Der Künstler orientierte sich zwar, so Succi, an Canalettos Vorbildern, doch schildert er die Stadt Venedig in ihrer alltäglichen Realität, belebt durch Figuren in zeitgenössischer Kleidung. Atmosphärische ausdrucksstarke Darstellungen von großer Leuchtkraft.
Der Maler hat sich in Venedig, wie seine beiden Söhne Giovanni (1829–1919) und Marco (1839–1910), als Vedutist bekannt gemacht. Ab 1818 studierte er bei Teodoro Matteini (1754–1831) an der Accademia di Belle Arti in Venedig, spezialisierte sich auf Veduten in der Tradition des 18. Jahrhunderts und wurde aufgrund seiner beliebten und qualitätvollen Bilder als der „Canaletto des 19. Jahrhunderts“ bezeichnet. Er verstand es, die Tradition der Venezianischen Vedutenmalerei nach den Vorbildern der hervorragendsten Vertreter dieser Gattung, wie Canaletto (1697–1768) und Francesco Guardi (1712–1793) weiterzuführen, und neue Aufmerksamkeit für dieses Genre zu schaffen. Seine oft großformatigen Bilder widmen sich thematisch den bekanntesten Ansichten der Lagunenstadt und fassen die Leistungen der Vorbilder in durchdachten Neudarstellungen in feindetaillierter Malweise zusammen. In gewisser Weise ist hier von einem Historismus der Vedutenmalerei zu sprechen. Entsprechend sind die architektonischen Details berücksichtigt. (1490532) (3) (18)