Auktion: 13 Tage
Stand 10.09.2026
Bronze, schwarz patiniert. Figur einer gebückt sitzenden Frau bei der Näharbeit. Das Terracotta-Modell befindet sich in der Sammlung des Petit Palais (Kat.Nr. 279) und ähnelt der von Dalou geschaffenen „La Brodeuse“. Den Gips dazu stellte der Bildhauer 1870 im Salon aus, was ein unerwarteter Erfolg wurde, woraufhin er sich nun vermehrt solchen kleinformatigen Werken zuwandte. Die Ausführung betont impressionistisch, ganz in der für den Künstler typischen Arbeitsweise. Die Gießerei Hébrard erhielt die Rechte 1922 über Madame Cousant von den Erben von Dalou.
Dalou war Schüler des Jean-Baptiste Carpeaux (1827–1875) und Francisque Joseph Duret (1804–1865). 1862 debütierte er in der École des Beaux-Arts in Paris. Der Beteiligung am Aufstand der Pariser Kommune beschuldigt, floh er nach England, wo er große Anerkennung fand. Zurück in Paris wurde er 1883 mit der Ehrenmedaille des Salons ausgezeichnet. 1899 wurde er Kommandeur der Ehrenlegion. Werke seiner Hand finden sich weltweit in zahlreichen bedeutenden öffentlichen Sammlungen.
Literatur:
Vgl. Philippe Jullian und Andrzej S. Ciechanowiecki, Jules Dalou. 1838–1902, Ausstellungskatalog (Galerie Heim, Paris, 20. März – 15. April 1965), Paris 1965.
Vgl. Amélie Simier und Marine Kisiel, Jules Dalou. Le sculpteur de la République. Catalogue des sculptures de Jules Dalou conservées au Petit Palais, Ausstellungskatalog (Musée Cognacq-Jay & Musée du Petit Palais, Paris, 18. April – 13. Juli 2013), Paris 2013. (1491272) (11)