Auktion: 13 Tage
Stand 10.09.2026
Das künstlerisch höchst virtuos geschaffene Aquarell, Vorlage für einen geplanten Vervielfältigungsdruck, zeigt eine freigelassene Fläche für die Textmitteilung. Die Botschaft der Bildgestaltung ist eindeutig: Die Allegorie der Abundantia, des Überflusses, ist als Wunsch für das künftige Wohlergehen des Brautpaares zu verstehen, mit Früchten im Füllhorn. Rechts begrüßt der Amorknabe ein fliegendes Turteltauben-Paar. Haltung und Gestaltung dieses Amorfigur findet sich als Motiv bei Zeichnungen Stucks mehrfach, etwa auch als Mitteilung eines Geburtsfestes. Die Identifizierung der Brautleute, deren Herkunft, Beruf und Neigungen, wird durch Schilder am Unterrand humorvoll illustriert: Sichel und Trauben, Maiglöckchen, Karnevalsmaske und ein Schlittschuh dürfen als Anspielungen – vielleicht auch der ersten Begegnungen – gedeutet werden. Das sehr gut erhaltene Blatt zählt zu den von Stuck mehrfach geschaffenen Entwürfen, etwa für Künstlerfeste, Einladungen zu Veranstaltungen oder Menükarten; meist allegorisch-anspielungsreich gestaltet, mit einer Freifläche für die schriftliche Mitteilung. Eine Reihe solcher Entwürfe hat Stuck in seiner Mappe „Karten und Vignetten“ 1886/87 mit 52 Blättern mit Zinkographien bei Martin Gerlach/ Wien herausgegeben. Das Blatt dürfte also in die 1880er-Jahre zu datieren sein. Der künstlerische Anspruch dieses sehr aufwändig gestalteten Entwurfes weist darüber hinaus auf eine entsprechend wohlhabende Oberschicht des Bürgertums in dieser Zeit. Diese Auskünfte dankenswerterweise von Dr. Alexander Rauch, ehemaliger Leiter des Museums Villa Stuck, München.
Literatur:
Vgl. Alexander Rauch, Symbolismus zwischen „Paradies“ und „Sünde“. Das Werk des Künstlers und seine Villa, in: Gabriele Kolber/ Bayerische Vereinsbank München (Hrsg.), Die Villa Stuck in München. Inszenierung eines Künstlerlebens, München 1992, S. 24–72.
Vgl. Alexander Rauch, Zum Werk des Symbolisten Franz von Stuck (1863–1928), in: Gerwald Sonnberger (Hrsg.), Franz von Stuck. Gemälde – Zeichnung – Plastik aus Privatbesitz. Ausstellung zum 130. Geburtstag, Ausstellungskatalog (Museums Moderner Kunst, Stiftung Wörlen, Passau, 19. März – 27. Juni 1993), Passau 1993.
Vgl. Doris H. Lehmann und Katharina Chrubasik (Hrsg.), Malerfürsten, Ausstellungskatalog (Bundeskunsthalle, Bonn, 28. Sept. 2018 – 27. Januar 2019), München 2018. (1490804) (11)
Franz von Stuck,
1863 Tettenweis – 1928 Munich
DESIGN FOR A WEDDING INVITATION
Watercolour over pencil on paper, laid down on card.
38.5 x 49 cm (slightly irregularly trimmed).
Monogrammed “F.St.” lower right corner.
The watercolour, executed with great virtuosity and intended as a design for reproduction, includes a blank area reserved for text. The very well-preserved sheet belongs to a group of designs created by Stuck for occasions such as artists’ festivals, invitations to events and menu cards. Such designs were generally rich in allegorical allusions and included a blank area for the written message. A number of such designs were published in Stuck’s portfolio Karten und Vignetten, comprising 52 sheets with zincographs, published by Martin Gerlach in Vienna, in 1886/87. The present sheet therefore probably dates to the 1880s.We are grateful to Dr Alexander Rauch, former Director of the Museum Villa Stuck, Munich, for providing this information.
Literature:
cf. Alexander Rauch, Symbolismus zwischen “Paradies” und “Sünde”. Das Werk des Künstlers und seine Villa, in: Gabriele Kolber (ed.), Die Villa Stuck in München. Inszenierung eines Künstlerlebens, Bayerische Vereinsbank, Munich 1992, pp. 24–72.
cf. Alexander Rauch, Zum Werk des Symbolisten Franz von Stuck (1863 – 1928), in: Gerwald Sonnberger (ed.), Franz von Stuck. Gemälde – Zeichnung – Plastik aus Privatbesitz. Ausstellung zum 130. Geburtstag, exhibition catalogue, Museum Moderner Kunst, Stiftung Wörlen, Passau, 19 March – 27 June 1993, Passau 1993.
cf. Doris H. Lehmann and Katharina Chrubasik (eds.), Malerfürsten, exhibition catalogue, Bundeskunsthalle, Bonn, 28 Sept. 2018 – 27 January 2019, Munich 2018.