Auktion: 13 Tage
Stand 10.09.2026
Beigegeben ein Gutachten von Prof. Dr. Helmut Börsch-Supan, Berlin, 31. August 2011, in Kopie.
In einem rundbogigen Fenster sitzt der Künstler, den Blick zum Betrachter gerichtet. Er lehnt sich auf die breite Fensterbank und hält in seiner Linken die Malerpalette, die ihn als Maler ausweist. Hinter dem Künstler ist eine leere Leinwand zu sehen, einige Gemälde hängen an den Wänden. Vor ihm auf der Fensterbank liegt ein Messer, das auf seine frühere Tätigkeit als Holzbildhauer verweist. Der Künstler trägt einen mit Pelz verbrämten braunen Mantel, darunter eine zitronengelbe Weste und ein weißes Hemd mit weißer Krawatte. Sein Blick ist fest und konzentriert. Auf der Bank, stilllebenhaft wiedergegeben, steht außerdem rechts eine große bauchige goldene Vase mit einem Bouquet aus verschiedenen Blumen, darunter einer bekrönenden Tulpe. Eine smaragdgrüne Draperie eines fein gewebten Stoffes ist nach links geschlungen, gibt den Blick auf den Künstler frei und liegt noch etwas auf der Bank auf. Unter dem geraden Fensterausschnitt verläuft ein Fries. Dieser zeigt ein Relief mit einem Zug kleiner Amoretten, die miteinander spielen, zwei suchen einen Geißbock zu bewegen und einer hält eine große Maske. Das in allen Teilen mit großer Sorgfalt ausgeführte Bild zeugt von der Meisterschaft, die Catel zu diesem Zeitpunkt besaß. Auch das Auftreten im kostbaren Gewand untermauert den Status des noch recht jugendlich wirkenden Künstlers. Zuvor war er zum Mitglied der Berliner Akademie gewählt worden. Die Palette wird dominiert von Brauntönen, die durch die Pastelltöne im Stillleben und das Portrait des Künstlers aufgehellt wird. Zugleich setzt der Künstler damit wirkungsvolle Akzente. (1490018) (18)