Wir durchsuchen 2.029.011 Objekte für Sie.
Lot 233

DIE WAHRSAGERIN

  • Öl auf Leinwand.
Schätzpreis:

€ 30.000 - 40.000

Auktion: 13 Tage

Stand 10.09.2026

Gerahmt.

Das Gemälde zeigt eine Handleserin, die einem Mann aus der Hand liest, umgeben von einer lebhaften ländlichen Gesellschaft. Im Hintergrund wird getanzt und gefeiert, weitere Figuren versammeln sich bei einem Zelt und nähern sich über den Weg – möglicherweise handelt es sich um einen Jahrmarkt oder ein ländliches Fest. Der mächtige Baum bildet den kompositorischen Mittelpunkt der Landschaft und kann als Sinnbild für Beständigkeit und Vergangenheit interpretiert werden, während die Wahrsagerin auf die Zukunft und die umgebende Gesellschaft auf die Gegenwart verweist. Auf einem Krug im Mittelgrund befindet sich eine schwer lesbare, als Monogramm „V O J“ bzw. möglicherweise „V Q J“ interpretierte Bezeichnung. Diese könnte auf die Beteiligung eines bislang nicht identifizierten weiteren Künstlers an einzelnen Bildpartien hindeuten; eine eindeutige Zuordnung lässt sich daraus jedoch nicht ableiten. Charakteristisch für Werke Jan van Goyens sind die weit gefasste, atmosphärisch behandelte Landschaft, die besondere Bedeutung von Himmel und Wetterstimmung sowie die Einbindung ländlicher Architektur und kleinfiguriger Staffage in einen offenen Landschaftsraum. Bemerkenswert ist zudem die enge Übereinstimmung des dargestellten Wirtshauses mit einer 1631 datierten Zeichnung Jan van Goyens (Beck, Kat.Nr. 97), die einen motivischen Bezug zu seinem zeichnerischen Werk erkennen lässt. Bereits 1928 wurde das Werk von Wilhelm von Bode als authentisches und charakteristisches Werk Jan van Goyens beurteilt.

Jan Josefsz. van Goyen zählt zu den bedeutendsten Landschaftsmalern des niederländischen Goldenen Zeitalters. Er gehört zu der Gruppe von Malern, die durch Reduzierung der Farbigkeit die sogenannte tonale Landschaftsmalerei begründeten. Zu ihnen zählten Pieter de Molyn (1595–1661) oder Salomon van Ruysdael (um 1602–1670), wobei er als der Hauptvertreter dieser neuen Stilrichtung zu sehen ist. Neben seinem Atelier hatte er noch weitere Erwerbsquellen, er war auch als Kunsthändler und Schätzer tätig. 1638 wurde er Vorsteher der Lukasgilde. Der Maler Jan Havicksz. Steen (1626–1679) wurde sein Schwiegersohn.

Provenienz:
Christie‘s, London, Sammlung Mrs. Sarah A. Whitehead, 16. Juli 1928, Lot 147 (als Jan van Goyen).
Kunsthandlung P. de Boer, Amsterdam, 1928, mit Expertise von Dr. Wilhelm von Bode, der das Werk als Jan van Goyens authentische Arbeit identifiziert.
Galerie Internationale, Den Haag, um 1930.
Galerie Rochlitz, Berlin, 1930.
Kunsthandlung J. & S. Goldschmidt, Berlin, 1935.
Privatsammlung. (1491741) (14)



Jan Jozefsz. van Goyen,
1596 Leiden – 1656 The Hague

THE FORTUNE TELLER

Oil on canvas.
96 x 139.5 cm.

On a jug in the middle ground is a barely legible inscription, interpreted as the monogram “V O J” or possibly “V Q J”. This could indicate the participation of another, yet unidentified artist in individual parts of the painting; however, no definite attribution can be derived from it. Characteristic of works by Jan van Goyen are the expansive, atmospherically treated landscape, the particular importance given to the sky and weather conditions, and the integration of rural architecture and small staffage figures into an open landscape. Also noteworthy is the close correspondence between the inn depicted here and a drawing by Jan van Goyen dated 1631 (Beck, cat. no. 97), revealing a connection with his graphic oeuvre. As early as 1928, Wilhelm von Bode considered the painting to be an authentic and characteristic work by Jan van Goyen.

Provenance:
Christie’s, London, Mrs Sarah A. Whitehead collection, 16 July 1928, lot 147 (as Jan van Goyen).
Art gallery P. de Boer, Amsterdam, 1928, with expert’s report by Dr Wilhelm von Bode, who identifies the painting as an autograph work by Jan van Goyen.
Galerie Internationale, The Hague, ca. 1930.
Galerie Rochlitz, Berlin, 1930.
Art gallery J. & S. Goldschmidt, Berlin, 1935.
Private collection.

Hampel Fine Art Auctions

Ort: Munich
  • Auktion : 24.09.2026 11:30 Uhr
  • Auktionsnummer: 149
  • Auktionsname: Gemälde Alte Meister – Teil 1

Jan Jozefsz. van Goyen

ist in folgenden kuratierten Suchen enthalten

Das könnte Sie auch interessieren

Alle ansehenchevron_right
13 Tage | Hampel Fine Art Auctions
Jan Griffier d. Ä.
241 WINTERFREUDEN AUF DEM GEFRORENEN FLUSS , -0001
€ 50.000 - 70.000
13 Tage | Hampel Fine Art Auctions
Dirck Hals, zug.
234 GESELLSCHAFT BEIM KARTENSPIEL , -0001
Öl auf Leinwand.
€ 35.000 - 50.000
4 Tage | Artcurial
Jan I GRIFFIER
198 Paysage animé à l'entrée d'un village , -0001
Huile sur cuivre
€ 10.000 - 15.000
13 Tage | Hampel Fine Art Auctions
Cornelis Saftleven, zug.
309 DIE VERSUCHUNG DES HEILIGEN ANTONIUS , -0001
Öl auf Leinwand. Doubliert.
€ 10.000 - 15.000
13 Tage | Hampel Fine Art Auctions
Nicolaes Berchem
424 VERKÜNDIGUNG AN DIE HIRTEN , -0001
€ 8.000 - 12.000
13 Tage | Hampel Fine Art Auctions
Pauwels van Hillegaert d. Ä.
399 FREDERIK HENDRIK, PRINZ VON ORANGE, ZU PFERDE , -0001
€ 8.000 - 10.000
Kunstauktionen - aus der ganzen Welt
- auf einen Blick !
Kunstauktionen - aus der ganzen Welt
auf einen Blick !
ios_instruction