Auktion: 13 Tage
Stand 10.09.2026
Beigegeben eine Expertise von Dr. Luuk Pijl, Dokkum, 21. Juni 2026, in Kopie.
Die hohe Weidenbaumgruppe am Ufer beherrscht die Darstellung, begleitet von Kähnen mit Fischern und Segelbooten in der Ferne. Bei näherer Betrachtung lässt sich die Kirchturmspitze zwischen den Baumgruppen links entdecken. Aufbau, Motivähnlichkeit und Farbcharakter ähneln sehr dem Gemälde „Flusslandschaft mit Fähre“ (um 1630) oder „Kanalufer mit einer Viehfähre“ (um 1641/44), die sich beide in der Neuen Pinakothek, München befinden.
Das vorliegende Gemälde ist seit 1762 nachgewiesen, wechselte nachweislich mehrfach die Besitzer, und ist in der Literatur verschiedentlich erwähnt. Es dürfte in dem Zeitraum ab 1630 entstanden sein.
Der holländische Maler war der Onkel des niederländischen Landschafts- und Marinemalers Jacob van Ruisdael. Vermutlich wurde er bei Esaias van de Velde (1587/91-um1630) ausgebildet, ab 1623 war er Mitglied und 1648 Vorstand der Haarlemer Malergilde. Seit den 1630er-Jahren widmete er sich überwiegend Flusslandschaften und Kanalansichten, wobei Komposition und Farbgebung mit denen seines Zeitgenossen Jan van Goyen (1596–1656) verwandt erscheinen. Zusammen mit diesem und Pieter de Molijn (1595–1661) zählt van Ruysdael zu den Begründern der tonalen Landschaftsmalerei.
Provenienz:
Jean Maul, Leyden, Verkauf am 28. September 1762.
The Reverand Chauncy Hare Townshend, London, 1857.
Sotheby‘s New York, 7. Juni 1978, Lot 180.
Christie‘s London, 8. Juli 1988, Lot 50.
Gallery J. O. Leegenboeck, Paris, in den 1990er-Jahren,
Privatsammlung, Frankreich.
Literatur:
Gustav Friedrich Waagen, Treasure of art in Great Britain, Bd. 4, London 1857, S. 179 (als Salomon van Ruisdael).
Vgl. Kurt Erich Simon, Salomon van Ruisdael, ursprünglich de Goyer, in: Ulrich Thieme, Felix Becker und Hans Vollmer (Hrsg.), Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, Bd. 29: Rosa – Scheffauer, Leipzig 1935.
Vgl. Wolfgang Stechow, Salomon van Ruysdael. Eine Einführung in seine Kunst. Mit kritischem Katalog der Gemälde, Berlin 1975. A.R. (1491441) (11)
Salomon van Ruysdael,
ca. 1602 Naarden – 1670 Haarlem
RIVERSCAPE WITH LARGE TREE AND FISHING BOATS
Oil on panel.
25 x 30 cm.
Accompanied by an expert’s report by Dr Luuk Pijl, Dokkum, 21 June 2026, in copy.
The composition, subject matter and colouration are very similar to the paintings River Landscape with Ferry (ca. 1630) and Canal Bank with a Cattle Ferry (ca. 1641/44), both held in the Neue Pinakothek, Munich. The present painting has been documented since 1762, has demonstrably changed ownership several times and is mentioned in the literature on various occasions. It was probably painted from ca. 1630 onwards.
Provenance:
Jean Maul, Leyden, sale on 28 September 1762.
The Reverend Chauncy Hare Townshend, London, 1857.
Sotheby’s New York, 7 June 1978, lot 180.
Christie’s London, 8 July 1988, lot 50.
Galerie J. O. Leegenboeck, Paris, in the 1990s.
Private collection, France.
Literature:
Gustav Friedrich Waagen, Treasures of art in Great Britain, vol. 4, London 1857, p. 179 (as Salomon van Ruisdael).
cf. Kurt Erich Simon, Salomon van Ruisdael, ursprünglich de Goyer, in: Ulrich Thieme, Felix Becker and Hans Vollmer (eds.), Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, vol. 29: Rosa – Scheffauer, Leipzig 1935.
cf. Wolfgang Stechow, Salomon van Ruysdael. Eine Einführung in seine Kunst. Mit kritischem Katalog der Gemälde, Berlin 1975.