Auktion: 11 Tage
Stand 11.06.2026
Verso Aufkleber der Restaurierung, Juni 1977; mit eingebranntem, nicht ganz leserlichem Vermerk „Larbanne, peintre ..."
In Holzrahmen.
Beigegeben eine Expertise von Violette Doclo, Oudenaarde, 16. Mai 2026, die im vorliegenden Gemälde eine typische Arbeit Jan Peeter Brueghels erkennt und Hendrick van Balen d. J. als Urheber der Staffagefiguren vorschlägt.
Das großformatige Werk zeigt uns einen idealisierten höfischen Park mit Allee, die zu einem Schloss im Hintergrund führt, rechts eine Brunnenanlage mit einer Statue im Schatten. Hell beleuchtet dagegen die Figurengruppe Flora, als Frühlingsgöttin, mit Amoretten. Geschildert wird hier, wie geflügelte Putten dabei sind, für die Göttin Blumen zu pflücken, wobei ihr in einem roten Tuch Blüten übergeben werden. Der gesamte Vordergrund ist zu einem Schauplatz unterschiedlicher blühenden Pflanzen geworden. Neben Blumenkübeln, blühenden Topfpflanzen und einem großen Blumengebinde in einer Vase oder einem Feigenbaum im Kübel, ist links ein Rasenfeld gezeigt, aus dem Tulpen, Lilien, Iris, Malven und kleinere Blümchen sprießen; einer der Putti ist hier beim Pflücken gezeigt. Die sitzende allegorische Frauengestalt mit Blüten im Haar ist als Frühlingsgöttin Flora zu erkennen, die im Gegensatz zur stets rotgekleideten Venus hier einen blauen Umhang trägt. Die mannigfachen Blüten mochten noch in der Tradition der seit dem Mittelalter überlieferten ikonographischen Bedeutung der Pflanzen und Blumen gesehen werden, im 17. Jahrhundert jedenfalls steht der Aspekt der Botanik als neu aufkommendes, wissenschaftliches Interesse bereits im Vordergrund.
Das Gemälde ist als eine Zusammenarbeit zweier Meister zu erkennen, wie sie im Jahrhundert längst Usus geworden ist. Dabei hat Brueghel die Landschaft, Blumen und Früchte gemalt, van Balen hingegen die Figuren. In ihrer Zusammenarbeit bildeten die beiden Maler ein höchst erfolgreiches Künstlerduo, gerade für biblische, mythologische, oder allegorische Themen. Diese Koproduktion zeigt bereits die Entwicklung der niederländischen Malerei der verschiedenen Schulen hin zu einer Spezialisierung in bestimmten Gattungen, in denen die einzelnen Künstler nie zuvor erreichte Perfektion und Professionalität erlangten. Gerade in Antwerpen entwickelte sich ein Netzwerk kooperierender Meister, wobei oft auch drei Maler gemeinsam an einem Werk tätig waren.
Bildthematisch findet sich eine ähnliche Darstellung in dem ebenfalls von zwei Meistern geschaffenen Gemälde „Allegorie des Geruchs”, von Jan Brueghel d. Ä. zusammen mit Peter Paul Rubens, das sich im Prado-Museum Madrid befindet.
Ausstellungen:
Teamwork in Antwerpen! Pieter Bruegel, Hendrick van Balen und die Anderen, Zwinger, Dresden, Juni – Oktober 2025.
Brueghel. Capolavori dell'arte fiamminga, Palazzo Albergatti, Bologna, 02. Oktober 2015 – 28. Februar 2016, mit Ausstellungskatalog. A.R. (1481192) (1) (14)
Jan Peeter Brueghel (1628–1664)
and Hendrick van Balen the Younger (1623–1661)
FLORA – ALLEGORY OF SPRING
Oil on panel.
51 x 76 cm.
On the reverse, a label from the restoration, June 1977; with a burnt-in, not entirely legible note: ‘Larbanne, peintre ...'
Accompanied by an expert's report by Violette Doclo, Oudenaarde, 16 May 2026, which identifies this painting as a typical work by Jan Peeter Brueghel and suggests Hendrick van Balen the Younger as the creator of the figural elements.
Exhibitions:
Teamwork in Antwerp! Pieter Bruegel, Hendrick van Balen and the Others, Zwinger, Dresden, June – October 2025.
Brueghel. Capolavori dell'arte fiamminga, Palazzo Albergatti, Bologna, 2 October 2015 – 28 February 2016, with exhibition catalogue.