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Georges de La Tour: Mädchen, in ein Kohlebecken blasend (La Fillette au braisier) | Bild: Lempertz
Georges de La Tour: Mädchen, in ein Kohlebecken blasend (La Fillette au braisier) | Bild: Lempertz

Millionen-Zuschläge in deutschen Auktionshäusern

Ob Ketterer Kunst in München, das Kunsthaus Lempertz in Köln oder Grisebach in Berlin: Rekorde erzielten alle drei Auktionshäuser im Krisenjahr 2020.

Für mehr als 4,3 Millionen Euro* ersteigert ein amerikanisches Museum George de la Tours „Mädchen, in ein Kohlebecken blasend“ (Originaltitel: „La Fillette au brasier“) in einer der Dezember Auktionen des Kunsthauses Lempertz in Köln und sorgt damit für ein großes mediales Interesse. Lempertz übertrifft damit seinen eigenen Rekord der Altmeister-Abteilung, den das Haus 2012 mit 3,8 Millionen* für ein Werk von Gerard Dou aufgestellt hatte.

Das Münchner Auktionshaus Ketterer Kunst hingegen verzeichnet das umsatzstärkste Jahr seit seines Bestehens und setzt mit dem Erlös von Ernst Ludwig Kirchners „Unser Haus“ (1,68 Millionen Euro*) ein deutliches Zeichen gegen die sich abzeichnende Expressionismus-Müdigkeit. Mit insgesamt drei Millionen-Zuschlägen und einem Gesamtumsatz von über 30 Millionen Euro* im Jahr 2020, setzt sich Ketterer Kunst somit weiterhin an der Spitze des deutschen Kunstauktionsmarkts durch.

Grisebach in Berlin hingegen beweist in der Abteilung der zeitgenössischen Kunst und den Top-Zuschlägen für den „Filzanzug“ von Joseph Beuys (137.500 Euro*) sowie Arnulf Rainers „Ohne Titel“ (Rotes Bild) (400.000 Euro*) ebenfalls, dass sie mit dem internationalen Kunstmarkt konkurrieren können. Mit einem Gesamtumsatz von 17,2 Millionen Euro* konnte auch das Berliner Haus eine Umsatzsteigerung verzeichnen.

Obwohl Millionen-Zuschläge im deutschen Auktionsmarkt noch eine Ausnahme sind, so liegt die Beteiligung Deutschlands innerhalb des europäischen Kunsthandels immerhin bei 13 %. Die steigende Tendenz im Bereich der Online-Only Auktionen sind auch hier zu spüren, was sich im Hinblick auf die Entwicklung des internationalen Auktionshandels positiv auf den deutschen Markt auswirken könnte.

*Zuschläge inklusive Aufpreis